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Kur-Wissen

Was ist eigentlich ein Heilbad oder ein Kurort? Was bedeutet "Kur"? Welche Kurformen gibt es? Fragen über Fragen. Nachfolgend finden Sie die passenden Antworten:

Was ist ein Heilbad?

Heilbäder und Kurorte sind hochprädikatisierte Orte oder Ortsteile, die besondere natürliche Gegebenheiten zur Heilung, Linderung oder Vorbeugung von Krankheiten aufweisen und speziellen Anforderungen entsprechen oder bestimmte natürliche Heilverfahren anbieten. Zu den besonderen natürlichen Gegebenheiten zählen beispielsweise natürliche Heilmittel des Bodens wie Heilwasservorkommen oder Heilerden.

Heilbäder und Kurorte sind auf die Heilung, Linderung oder Vorbeugung von Krankheiten ausgerichtet und verstehen sich daher oftmals auch als Gesundheitsstandorte. Sie halten besondere Einrichtungen vor - die sogenannten Kureinrichtungen - die zur Gesunderhaltung oder Genesung beitragen, indem sie Angebote zur Entspannung, Bewegung und Erholung bieten.

Zu den typischen Kureinrichtungen zählen zum Beispiel Kurparks, Medizinische Wanderwege, Einrichtungen zur Abgabe und/oder zur Anwendung des natürlichen ortsgebundenen Heilmittels wie Trinkbrunnen oder Wannen- und Bewegungsbäder.

Desweiteren halten Heilbäder und Kurorte einen Badearzt vor, der die Kurgäste während ihres Kur-Aufenthaltes (insb. während einer ambulanten Vorsorgekur) betreut und ihnen passende kurorttypische Therapien verordnet.

Entdecken Sie hier, was das Heilbad Neuenahr zu bieten hat

 

Was bedeutet "Kur"?

Der Begriff "Kur" leitet sich aus dem lateinischen "cura" ab und bedeutet so viel wie Heilung, Behandlung, Pflege, Fürsorge. Populär wurde der Begriff vor allem im 19. Jahrhundert, als Adel und Bürgertum in Kurorte fuhr, um aus dem Alltag zu entfliehen und sich etwas Gutes zu tun. Die Menschen sollten schon damals während ihrer Aufenthalte in Kurorten seelisch und körperlich gestärkt werden. Genau wie damals schon die Römer, machten sie sich heiße Dämpfe, Mineral- und Thermalquellen als natürliche Heilmittel zu nutze, um ihre Gesundheit zu stärken. Bereits 1581 erschien das erste Werk zur Bäderheilkunde. Auch heute noch beschreibt eine "Kur" eine Reise in einen Kurort bzw. in ein Heilbad zur Stärkung der seelischen und körperlichen Gesundheit. Im Laufe der Jahre haben sich verschiedene Kurformen herausgebildet.

 

Welche Kurformen gibt es?

Menschen berichten immer wieder davon, dass sie in Kur waren oder in Kur fahren. Doch meinen sie auch alle das gleiche? Es gibt wichtige Unterschiede. Gemein haben alle Kuren, dass sie immer einen Gesundheitsbezug haben. Doch während die eine Kur vorbeugende Maßnahmen zur Gesunderhaltung umfasst, umfasst eine andere die Wiederherstellung der Gesundheit nach einer Erkrankung oder deren Linderung.

Hinzu kommt, dass die Begrifflichkeit "Kur" in der Gesetzgebung nicht mehr verwendet wird und auf anderweitige Bezeichnungen wie "Ambulante Vorsorgeleistungen in anerkannten Kurorten" (ehemals ambulante Badekur) oder "Rehabilitation" und "Anschlussheilbehandlungen" zurückgegriffen wird. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist die "Kur" dennoch weiterhin verbreitet. Sehen Sie nachfolgend die einzelnen Kurformen im Detail:

 

Ambulante Vorsorgeleistungen nach § 23 Abs. 2 SGB V (ehem. offene Badekur)

Ambulante Vorsorgeleistungen (oder auch ambulante Vorsorgekuren oder Präventionskuren) haben zum Ziel, die körperliche und geistige Gesundheit zu stärken, wenn bereits erste Anzeichen einer Erkrankung zu erkennen sind. Sie sollen den Krankheitsverlauf abmildern und dazu beitragen, wieder richtig fit zu werden - unter anderem auch durch die Vermittlung von nützlichen Tipps und Tricks für den Alltag. Diese Kurform bietet sich insbesondere für Menschen im erwerbstätigen Alter an, da sie immer häufiger über Rückenschmerzen, Stress oder Anzeichen von Burn-Out klagen. Damit daraus keine chronischen Krankheiten entstehen, sollte hier mit einer Vorsorgekur vorgebeugt werden.

Eine Vorsorgekur dauert in der Regel 3 Wochen und ist eine perfekte Kombination aus Erholung, Entspannung und Bewegung, gepaart mit medizinischer Betreuung durch den Badearzt. Sie genießen Hotelkomfort in einer von Ihnen gewählten Unterkunft und nehmen die durch den Badearzt verschriebenen Anwendungen und Leistungen in verschiedenen kurorttypischen Einrichtungen wahr. Die Krankenkassen übernehmen hierbei 100% der Badearzt-Kosten, 90% der Kurmittel und bezuschussen Unterkunft und Verpflegung mit bis zu 16,-€ pro Tag. (Hinweis: Kosten für Unterkunft und Verpflegung können von der Steuer als außergewöhnliche Belastungen geletend gemacht werden!)

Arbeitnehmer müssen sich übrigens keinen Urlaub für die ambulante Vorsorgekur nehmen, wenn die medizinische Notwendigkeit der Kur vom Arzt attestiert wird. Dann kann der Zeitraum der Vorsorgekur als Krankheitsfall gewertet werden. Ihren Arbeitgeber sollten Sie allerdings frühzeitig über die geplante Vorsorgekur informieren.

Das erwartet Sie bei einer Ambulanten Vorsorgekur:

- Baden in Thermalwasser
- Krankengymnastik
- Massagen
- Packungen
- Bewegungs- und Entspannungsübungen
- Therapiesitzungen
- uvm.

Das für Sie passende Kurprogramm wählen Sie gemeinsam mit Ihrem Badearzt aus.

Sprechen Sie Ihren Hausarzt an und stellen Sie mit ihm gemeinsam den Antrag an Ihre Krankenkasse!
Alle Infos für Ihren Weg zur ambulanten Vorsorgekur finden Sie hier.

Gut zu wissen:
Die ambulanten Vorsorgeleistungen sind seit 2021 wieder Pflichtleistung der Krankenkassen!
Bei medizinischer Notwendigkeit haben die Krankenkassen ambulante Vorsorgeleistungen in anerkannten Kurorten zu erbringen!

Hier geht's zu den Badeärzten in Bad Neuenahr
Hier finden Sie die passende Unterkunft für Ihre Ambulante Vorsorgekur in Bad Neuenahr

 

Stationäre Vorsorgekur nach § 23 Abs. 4 SGB V

Bei der stationären Vorsorgekur geht es ebenfalls darum, die Verfestigung von Krankheiten zu verhindern. Anders als bei der ambulanten Vorsorgekur sind Sie hierbei allerdings in einer Vorsorgeklinik untergebracht. Hier steht Ihnen rund um die Uhr Pflegepersonal zur Seite. Insbesondere kommen stationäre Vorsorgekuren in Frage, wenn eine eingeschränkte Mobilität oder Orientierung des Patienten vorliegt und dieser nicht in der Lage ist, sich selbst zu versorgen.

 

Ambulante Rehabilitationskur nach § 40 Abs. 1 SGB V

Die ambulante Rehabilitationskur hat die Wiederherstellung der Gesundheit nach einer Erkrankung zum Ziel. Da es sich um eine ambulante Kur handelt, erfolgen Unterbringung und Verpflegung in einem Hotel oder einer Ferienwohnung, die medizinischen Leistungen in einem ambulanten Rehabilitationszentrum oder einer Rehabiliationsklinik, die ambulante Maßnahmen in der Nähe Ihrer Unterkunft anbietet. Die Kosten für die medizinischen Leistungen übernimmt der zuständige Kostenträger.  

 

Stationäre Rehabilitationskur nach § 40 Abs. 2 SGB V

Bei der stationären Rehabilitationskur, die auf die Wiederherstellung Ihrer Gesundheit nach einer Erkrankung ausgelegt ist, sind Sie in einer Rehabilitationsklinik untergebracht. Es steht Ihnen rund um die Uhr Pflegepersonal zur Seite. Die Kosten übernimmt der zuständige Kostenträger. Hier geht's zu den Rehabilitationskliniken in Bad Neuenahr

 

Anschlussheilbehandlung (AHB oder Anschlussreha) nach § 40 Abs. 2 SGB V

Anschlussheilbehandlungen sind Maßnahmen zur Wiederherstellung Ihrer Gesundheit im unmittelbaren Anschluss an eine Krankenhausbehandlung oder an eine ambulante Operation. Dabei sind Sie in einer Rehabilitationsklinik untergebracht.Die Kosten übernimmt der zuständige Kostenträger. Hier geht's zu den Rehabilitationskliniken in Bad Neuenahr

 

Mutter-/Vater-Kind-Kur nach § 24 SGB V oder § 41 SGB V

Hierbei fährt ein Elternteil gemeinsam mit dem Kind zur Kur. Diese gibt es sowohl als stationäre Vorsorgekur als auch als stationäre Rehabilitationskur. Die Kosten übernimmt der zuständige Kostenträger.